Chronik

1904

Als sich das Deutsche Reich unter Kaiser Wilhelm II mit Engländern und Franzosen noch um den imperialistischen Einfluss in Marokko herumschlug, gründeten einige junge musikbegeisterte Männer wie

Michael Becker †

Josef Caspers †

Heinrich Filz †

Josef Marx †

Gottfried Malzkorn †

innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr ein eigenes Tambourkorps. So trat die Feuerwehr Elsen, die im Jahre 1897 gegründet worden war, auf allen Festen mit eigenen Spielleuten auf. Diese Männer, die sich aus Freude an der Marschmusik zusammengefunden hatten, waren wohl Idealisten, aber noch lange keine Spielleute. Denn mit der Gründung des Vereins traten auch die ersten Schwierigkeiten auf. Es fehlte ein Ausbilder, auch ein geeigneter Ort zum Proben war nicht vorhanden. Die Mitglieder ließen sich aber nicht entmutigen und überbrückten die auftretenden Hindernisse sehr schnell. Erst als Herr Eckstein aus Gustorf als Ausbilder gewonnen werden konnte und ein geeigneter Proberaum zur Verfügung stand, festigte sich die Gemeinschaft. Unter diesem Lehrmeister wurden die ersten Versuche unternommen, das Tambourspiel zu erlernen.

Der Anfang war gemacht.

Begeistert vom Spiel und keine Mühe scheuend, wurde mehrmals wöchentlich geprobt. Man musste zunächst auf Holzböcken spielen, da Instrumente in jenen Jahren Mangelware waren. Große Finanzsorgen entstanden. Erst durch intensives Sparen und durch die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Elsen wurde alles gemeistert. Die erforderlichen Trommeln und Flöten konnten angeschafft werden.

 

1905

Wenn auch das Repertoire nur drei Märsche umfasste, was sicherlich nicht überwältigend war, konnte nach einjähriger Probezeit der erste Tambourmajor Josef Marx das Tambourkorps auf dem Feuerwehr-Verbandsfest in Krefeld der Öffentlichkeit vorstellen. Trotz aller Kritik und Widerstände beim ersten Auftritt hat man sich durch sauberes Spiel und stramme Haltung Achtung und Anerkennung verschafft.

 

1906 - 1912

In den Jahren spielte das Tambourkorps auf den Verbandsfesten in Neuss und Linnich sowie auf zahlreichen Turn- und Feuerwehrfesten in der näheren und weiteren Umgebung auf.

 

1913 - 1914

Durch die stetige Weiterentwicklung stieg die Zahl der Spielleute auf 12 aktive Mitglieder an, als plötzlich der Aufwärtstrend durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges jäh unterbrochen wurde. Für das Großmachtstreben des Deutschen Reiches und vor allem seines Monarchen opferten einige Kameraden ihr Leben für Gott, Kaiser und Vaterland.

 

1914 - 1920

Nach dem 1. Weltkrieg wurde 1918 die linke Rheinseite von alliierten Truppen besetzt. Die französische Besatzungsmacht erließ ein Verbot, wonach öffentliche Umzüge und Flötenspiel untersagt wurden.

Dies war der Tribut für alle Vereine, die dem Militarismus den Takt geschlagen hatten.

 
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